Kerala Dust – Gaskessel Bern

Kerala Dust

Fr 10.03.23

Kerala Dust

Violet Drive Tour

Electronica
Doors
20:00
Show
21:00
Vorverkauf
28.-
Abendkasse
33.-
Einlass ab
16 Jahren

Das neue Album "Violet Drive" von Kerala Dust ist eine Platte, die stark von ihrer Umgebung beeinflusst ist. Die 2016 in London gegründete Band lebt heute zwischen Berlin und Zürich, und die drei Briten - Edmund Kenny (Gesang und Elektronik), Harvey Grant (Keyboards) und Lawrence Howarth (Gitarre) - haben ein zutiefst europäisches Album zwischen Vergangenheit und Zukunft geschaffen. 

Edmund Kenny gründete die Band aus einer wachsenden Liebe zu elektronischer Musik und einer Vergangenheit zu Indie-Bands heraus. Er gründete die Band zu einer Zeit, als elektronische Musik auf einem Laptop zu machen "das Vernünftigste war, was man tun konnte". Er fügt hinzu: "Ich habe mich sehr für Clubmusik interessiert und bin oft in die Fabric und Corsica Studios gegangen. Die endlosen Wiederholungen dieser Musik haben es mir angetan, und die Art und Weise, wie sich die Dinge durch die unaufhörlichen Wiederholungen auf einen übertragen und fast zu einer Art Mantra werden". Diese hypnotischen Elemente sind die bestimmende Kraft hinter Kerala Dust, deren Musik Blues und Americana auf spannende Weise mit unkonventionellen elektronischen Beats vermischt. In den drei Jahren nach ihrer Gründung spielten sie in Clubs auf der ganzen Welt und feilten an einer etwas improvisierten und stets flüssigen Live-Show, die ihre Songs aus den Fesseln ihrer Aufnahmen befreite und die Bühne für eine Band bereitete, die entschlossen ist, Formen zu brechen und ihr eigenes Drehbuch immer wieder neu zu schreiben.

Während sie Ende 2020 ihr Debütalbum "Light, West" veröffentlichten, tauchte die Band in ihre neue Heimat Berlin ein und liess sich von der tiefen, komplizierten Geschichte und den Landschaften der Stadt beeinflussen. "Die Geschichte Berlins ist reichhaltig und seltsam, auch wie viele Menschen diesen Ort in den letzten 80 Jahren bewohnt haben", sagt er. "Ich bin mit der britischen Geschichte aufgewachsen, aber hier gibt es eine ganz andere Sensibilität. In Grossbritannien wird uns erzählt, dass die Schlachten und Siege des Kaiserreichs eine siegreiche Sache sind, auch wenn es zerfallen ist und vieles davon eine ziemlich beschämende Geschichte ist. Es gibt ein tiefes Gefühl des Stolzes auf diese Dinge, während den Deutschen in der Schule eine intensive, tiefe Scham darüber vermittelt wird."

"Diese Überreste stehen einfach so da", fügt er hinzu. "Reste der Mauer mitten in der Stadt, alte Autobahnen, die von den Nazis gebaut wurden, all diese Dinge, die man verrotten lässt, weil sie beschämend sind. Sie alle tragen ein gewisses Gewicht der Geschichte in sich, die noch gar nicht so lange zurückliegt, und die Besichtigung dieser Dinge hat den Sound der Platte wirklich beeinflusst."

In Abkehr von früheren Arbeitsweisen wurden die Songs auf "Violet Drive" vom Schlagzeug aus aufgebaut, und diese wirklich atemberaubende, schräge Perkussion definiert das Album; passend zu den Inspirationen der Platte klingen sie oft wie ein Kriegsschrei. Aufgenommen in zwei Wochen in einem Studio in den Alpen vor den Toren Zürichs von Till Ostendarp, bietet der donnernde Backbeat das Gerüst, auf dem die Texte und die Instrumentierung des Albums - bluesige Gitarren und wummernde Synthies, Edmunds köstlich tiefe, sirupartige Stimme - abprallen und die Songs ausfüllen. 

Das Gefühl, vermeintliche Weisheiten über die britische und europäische Geschichte zu hinterfragen, steht im Mittelpunkt des fantastischen, monumentalen "Violet Drive", und Edmund ließ sich bei der Auseinandersetzung mit diesen kniffligen Themen von PJ Harveys Meisterwerk "Let England Shake" aus dem Jahr 2011 inspirieren. "Es ist melancholisch, aber es hat auch eine Entschlossenheit, wie man die Geschichte betrachten soll", sagt er über das bahnbrechende Album. "Es gibt eine Unsicherheit."

Für ihn und durch die Gesamtheit von 'Violet Drive' wird Nostalgie zum Heilmittel für diese Verunsicherung. "Man kann das Unbehagen des Rückblicks in gewisser Weise aufgreifen und gleichzeitig in die Zukunft blicken", sagt der Sänger. Im herausragenden Stück Future Visions" verankern die geraden und bodenständigen Drums den Song, während ein schwingender Bass dazwischen wirbelt und als Blick in die Zukunft dient, während die Drums und das Mellotron aus den 1960er Jahren in die Vergangenheit blicken. Es ist eine Dualität, die das Album definiert und das aufregend schlagende Herz von Kerala Dust bildet.

Poster Kerala Dust